Herde - welche Arten gibt es?

Am Anfang, als es noch keine Herde als Geräte gab, bezeichnete man mit Herd die Feuer- und Kochstelle der Behausung. Später wurde daraus ein unverzichtbares Küchengerät zum Kochen, Braten und Backen von Speisen und Gerichten. Im Gegensatz dazu dient der Ofen hauptsächlich zu Heizzwecken.
Anfangs waren die Herde lediglich offene Feuerstellen, die aus einer flachen Grube in der Erden bestanden. Solche primitiven Herde waren bereits in der Altsteinzeit bekannt. Für lange Zeit änderte sich im Prinzip nicht viel, im Mittelalter wurde lediglich die Feuerstelle ummauert und Einrichtungen zum Halten der Töpfe und Pfannen hinzugefügt. Die ersten eigentlichen Herde wurden im 18. Jahrhundert entwickelt. Sie hatten zwar eine eiserne Deckplatte mit Ofenringen, die entfernt werden konnten und Platz für Töpfe boten, waren aber immer noch gemauert. Eine Neuerung war ein Rauchabzug. Erst später kamen die ersten, vollständig aus Eisen gefertigten Herde auf. Als Brennmaterial diente Holz oder Kohle.

Obwohl bereits im 19. Jahrhundert erste, voll funktionsfähige Gasherde entwickelt wurden, brauchten sie noch lange Zeit, um sich durchzusetzen. Besonders auf dem Land blieb der klassische Kohleherd mit Backröhre, Wasserkasten und Warmhaltefach bis in die 50er oder gar 60er Jahre des 20. Jahrhunderts in Gebrauch. Elektroherde folgten noch etwas später, da sie ein leistungsfähiges Stromnetz brauchen, das erst einmal geschaffen werden musste.

Wer heute einen Herd kaufen möchte, kann zwischen verschiedenen Modellen wählen. Heute dagegen haben sich Elektroherde weitgehend durchgesetzt, jedoch trifft man auch häufig noch auf Gasherde. Gasherde arbeiten sparsamer als Elektroherde, nicht nur weil Gas billiger als Strom ist, sondern weil beim Gasherd die Hitze sofort da ist, wo und wann sie gebraucht wird. Elektroherde dagegenHeute dagegen sind sauberer und leichter anzuschließen. Die neuesten Herdarten sind Mikrowellenherde und Induktionsherde. Beim Induktionsherd werden die Töpfe und Pfannen durch Wirbelströme erhitzt, die im Boden der Gefäße induziert werden. Elektroherde gibt es in der Ausführung mit traditionellen Kochplatten oder mit Ceranfeld. Ein Ceranfeld ist eine Abdeckung aus Glaskeramik, die ein ausgezeichneter Wärmeleiter ist. Die Wärmeenergie aus darunter montierten Heizspiralen wird fast verlustfrei durch die Glaskeramik auf die Gefäße übertragen. Energieverluste werden weitgehend vermieden. Bei modernen Herden werden die einzelnen Bauteile häufig getrennt, um bessere Einsatzmöglichkeiten zu erreichen. Das Kochfeld befindet sich in normaler Arbeitshöhe, während der Backofen oft auf Augenhöhe angebracht ist, um größeren Bedienkomfort zu erzielen.